Was ist Inflation?
Inflation ist der anhaltende Anstieg des allgemeinen Preisniveaus in einer Volkswirtschaft. Steigen die Preise für Waren und Dienstleistungen im Durchschnitt, sinkt gleichzeitig die Kaufkraft des Geldes. Für denselben Betrag bekommt man mit der Zeit weniger.
Gemessen wird die Inflation in Deutschland über den Verbraucherpreisindex (VPI) des Statistischen Bundesamts (Destatis). Er bildet die Preisentwicklung eines repräsentativen Warenkorbs von rund 650 Güterarten ab, von Lebensmitteln über Miete bis Kraftstoff.
Die Inflationsrate ist die prozentuale Veränderung dieses Index gegenüber dem Vorjahr. Man bezeichnet sie auch als Teuerungsrate. Beide Begriffe meinen dasselbe Maß für den Preisanstieg.
Was ist die Kaufkraft?
Die Kaufkraft gibt an, wie viele Waren oder Dienstleistungen man für einen bestimmten Geldbetrag erhält. Sinkt die Kaufkraft, bekommt man für denselben Betrag weniger als zuvor.
Ein einfaches Beispiel verdeutlicht das Prinzip. Kostete ein Brötchen vor einigen Jahren 0,30 €, zahlt man heute oft 0,45 € dafür. Für 1,50 € bekam man früher 5 Brötchen, heute nur noch etwas mehr als 3. Die Kaufkraft des Betrags ist entsprechend gesunken.
Unser Rechner überträgt dieses Prinzip auf einen beliebigen Geldbetrag und einen frei wählbaren Zeitraum.
Wie funktioniert der Inflationsrechner?
Unser Rechner ermittelt wahlweise die zukünftige Kaufkraft, den nötigen Ursprungsbetrag, die nötige Inflationsrate oder den nötigen Zeitraum. Man wählt oben die gesuchte Größe, die übrigen Felder passen sich automatisch an.
Eingaben
- Berechnungsmodus, also Kaufkraft, Ursprungsbetrag, Inflationsrate oder Zeitraum
- Berechnungsgrundlage, entweder eine angenommene Rate oder die historische Rate für Deutschland (nicht im Modus Zeitraum verfügbar)
- Betrag in Euro, je nach Modus als Ursprungsbetrag oder als Zielbetrag
- Zeitraum in Jahren und Monaten oder, bei historischer Rate, ein Von-Jahr und ein Bis-Jahr
- Zukünftiger Preis als Zielwert, sofern dieser nicht selbst berechnet werden soll
Ergebnisse
- Zukünftiger Preis und zukünftige Kaufkraft, nominal und real, aus derselben Berechnung
- Preissteigerung und Kaufkraftverlust, jeweils absolut in Euro, relativ in Prozent und relativ p.a.
- Ein Diagramm zur Entwicklung der Kaufkraft über die Jahre
- Ein Jahresplan mit der Kaufkraft zu Jahresbeginn und Jahresende
- Der vollständige Rechenweg mit allen Zwischenschritten
Bei jeder Berechnung zeigt unser Rechner automatisch beide Seiten derselben Formel. Der nominale zukünftige Preis zeigt, was etwas künftig kosten wird. Die reale zukünftige Kaufkraft zeigt, was der heutige Betrag dann noch wert ist.
Die Inflationsformel
Die Berechnung basiert auf der Zinseszinsformel, angewendet auf die Geldentwertung. Je nach gewähltem Berechnungsmodus wird die Formel nach einer anderen Größe aufgelöst.
Dabei gilt für alle vier Modi:
- Betrag ist der heutige Geldbetrag oder Preis
- p ist die Inflationsrate p.a. als Dezimalzahl, zum Beispiel 0,02 für 2 %
- t ist der Zeitraum in Jahren
1. Kaufkraft berechnen
Aus Betrag, Inflationsrate und Zeitraum ergeben sich Preissteigerung und Kaufkraftverlust.
Zukünftiger Preis = Betrag × (1 + p)^t
Zukünftige Kaufkraft = Betrag ÷ (1 + p)^t
Der Kaufkraftverlust ergibt sich aus Betrag minus zukünftiger Kaufkraft, die Preissteigerung aus zukünftigem Preis minus Betrag.
2. Ursprungsbetrag berechnen
Aus dem gewünschten zukünftigen Preis, nach Betrag umgestellt, ergibt sich der heute nötige Ursprungsbetrag.
Ursprungsbetrag = Zukünftiger Preis ÷ (1 + p)^t
3. Inflationsrate berechnen
Aus Betrag, Zielpreis und Zeitraum, nach p umgestellt, ergibt sich die nötige jährliche Inflationsrate.
p = (Zukünftiger Preis ÷ Betrag)^(1 ÷ t) − 1
4. Zeitraum berechnen
Aus Betrag, Zielpreis und Inflationsrate, nach t umgestellt, ergibt sich die nötige Anzahl an Jahren.
t = ln(Zukünftiger Preis ÷ Betrag) ÷ ln(1 + p)
5. Formel bei historischer Rate
Bei der historischen Rate wird nicht mit einem einzigen konstanten Prozentsatz gerechnet. Stattdessen nutzt unser Rechner direkt das Verhältnis des Verbraucherpreisindex zwischen End- und Startjahr, für die Modi Kaufkraft, Ursprungsbetrag und Inflationsrate.
Inflationsfaktor = Index (Bis-Jahr) ÷ Index (Von-Jahr)
Dieser direkte Indexvergleich ersetzt den Faktor (1 + p)^t aus den Formeln oben. Er ist über lange Zeiträume präziser als das Verketten einzelner, auf eine Nachkommastelle gerundeter Jahresraten, da sich sonst eine kleine Rundungsabweichung pro Jahr zu einem spürbaren Fehler aufsummieren würde.
Die im Jahresplan angezeigte Jahresrate wird für jedes Jahr aus genau diesem Indexverhältnis zweier aufeinanderfolgender Jahre abgeleitet. Im Modus Zeitraum steht die historische Rate nicht zur Verfügung, da die Daten nur 1992 bis 2025 abdecken.
Beispiele für die Inflationsberechnung
1. Kaufkraft berechnen
Betrag 1.000 €, Inflationsrate 2 % p.a., Zeitraum 10 Jahre.
Zukünftiger Preis = 1.000 × 1,02^10 = 1.218,99 €
Zukünftige Kaufkraft = 1.000 ÷ 1,02^10 = 820,35 €
Das Ergebnis lässt sich so lesen: Was heute 1.000 € kostet, kostet in 10 Jahren bei 2 % Inflation 1.218,99 €. Die heutigen 1.000 € sind in 10 Jahren umgekehrt nur noch 820,35 € wert. Das entspricht einem Kaufkraftverlust von 179,65 € beziehungsweise 17,97 %.
2. Ursprungsbetrag berechnen
Zukünftiger Preis 1.500 €, Inflationsrate 2,5 % p.a., Zeitraum 5 Jahre.
Ursprungsbetrag = 1.500 ÷ 1,025^5 = 1.327,40 €
Das Ergebnis lässt sich so lesen: Wer in 5 Jahren einen Preis von 1.500 € erreichen möchte, muss dafür heute bereits 1.327,40 € ansetzen, sofern die Inflation bei 2,5 % liegt.
3. Inflationsrate berechnen
Betrag 2.000 €, zukünftiger Preis 2.400 €, Zeitraum 6 Jahre.
p = (2.400 ÷ 2.000)^(1 ÷ 6) − 1 = 1,2^0,1667 − 1 = 3,10 % p.a.
Das Ergebnis lässt sich so lesen: Damit 2.000 € in 6 Jahren auf 2.400 € steigen, ist eine durchschnittliche Inflationsrate von rund 3,10 % p.a. nötig.
4. Zeitraum berechnen
Betrag 1.000 €, zukünftiger Preis 1.500 €, Inflationsrate 3 % p.a..
t = ln(1.500 ÷ 1.000) ÷ ln(1,03) = 13,72 Jahre
Das Ergebnis lässt sich so lesen: Bei einer Inflationsrate von 3 % dauert es rund 13 Jahre und 9 Monate, bis 1.000 € auf 1.500 € steigen.
Unterschied zwischen Inflationsrate und Kaufkraftverlust
Die Inflationsrate und der Kaufkraftverlust sind zwei verschiedene Kennzahlen und nicht deckungsgleich. Eine Inflationsrate von 2 % führt nicht zu einem Kaufkraftverlust von genau 2 %.
Der Grund liegt in der Rechenrichtung:
- Die Inflationsrate wird auf den Ausgangsbetrag aufgeschlagen
- Der Kaufkraftverlust wird dagegen vom neuen, höheren Betrag abgezogen
Ein Beispiel macht den Unterschied deutlich:
- Bei 2 % Inflation steigt ein Warenkorb im Wert von 1.000 € auf 1.020 €
- Die heutigen 1.000 € entsprechen danach nur noch 980,39 € Kaufkraft, denn 1.000 ÷ 1,02 = 980,39
- Das ist ein Kaufkraftverlust von 1,96 %, nicht von 2 %
Über lange Zeiträume wächst dieser Unterschied deutlich an:
- Bei 1.000 € und 3 % p.a. sinkt die Kaufkraft nach 20 Jahren auf 553,68 €
- Das entspricht einem Verlust von fast 45 %, obwohl der Betrag nominal unverändert geblieben ist
- Bargeld oder unverzinste Konten verlieren aus diesem Grund auf lange Sicht real an Wert, selbst wenn sich die Zahl auf dem Kontoauszug nicht ändert
Historische Inflationsraten in Deutschland (1992 bis 2025)
Die folgenden Werte sind die offiziellen Jahresdurchschnittswerte des Verbraucherpreisindex für Deutschland, jeweils die Veränderung gegenüber dem Vorjahr. Veröffentlicht werden sie vom Statistischen Bundesamt (Destatis). Sie bilden die Grundlage für den Modus „Historische Rate" in unserem Rechner.
Die Reihe beginnt 1992, da 1991 als Wiedervereinigungs-Übergangsjahr keine Vorjahresvergleichsrate für das gesamtdeutsche Gebiet ausweist.
| Jahr | Inflationsrate | Jahr | Inflationsrate | Jahr | Inflationsrate |
|---|---|---|---|---|---|
| 1992 | 5,0 % | 2004 | 1,7 % | 2016 | 0,5 % |
| 1993 | 4,5 % | 2005 | 1,5 % | 2017 | 1,5 % |
| 1994 | 2,6 % | 2006 | 1,6 % | 2018 | 1,8 % |
| 1995 | 1,8 % | 2007 | 2,3 % | 2019 | 1,4 % |
| 1996 | 1,3 % | 2008 | 2,6 % | 2020 | 0,5 % |
| 1997 | 2,0 % | 2009 | 0,3 % | 2021 | 3,1 % |
| 1998 | 0,9 % | 2010 | 1,1 % | 2022 | 6,9 % |
| 1999 | 0,6 % | 2011 | 2,1 % | 2023 | 5,9 % |
| 2000 | 1,4 % | 2012 | 2,0 % | 2024 | 2,2 % |
| 2001 | 2,0 % | 2013 | 1,4 % | 2025 | 2,2 % |
| 2002 | 1,3 % | 2014 | 1,0 % | ||
| 2003 | 1,1 % | 2015 | 0,5 % |
- Stand ist der Jahresdurchschnitt 2025 (Destatis-Pressemitteilung, korrigiert Januar 2026)
- Der Wert für 2022 entspricht der später revidierten offiziellen Rate von 6,9 %, ursprünglich hatte Destatis Ende 2022 vorläufig 7,9 % gemeldet, bevor eine Anpassung der Gewichtung im Warenkorb zur Korrektur führte
- Die Jahre 1992 und 1993 verzeichnen mit 5,0 % und 4,5 % die höchsten Werte der frühen Reihe, als Folge der wiedervereinigungsbedingten Nachfrage und hoher Staatsausgaben
- Zwischen 2009 und 2020 lag die Inflation meist deutlich unter 2 %, teils bei nur 0,3 % bis 0,5 %
- Die Jahre 2022 und 2023 markieren mit 6,9 % und 5,9 % die höchsten Werte seit der deutschen Wiedervereinigung, ausgelöst durch Lieferkettenprobleme, Energiepreise und den Krieg in der Ukraine
Wie genau ist der Inflationsrechner?
Der Inflationsrechner berechnet die historische Rate direkt aus dem Verhältnis des Verbraucherpreisindex zweier Jahre, nicht aus verketteten gerundeten Jahresraten. Diese Methode ist über lange Zeiträume genauer, da sich Rundungsfehler einzelner Jahre sonst aufsummieren würden.
Die Genauigkeit beruht auf mehreren Punkten:
- Die Indexwerte basieren auf dem aktuellen Basisjahr 2020 des Statistischen Bundesamts
- Destatis stellt den Verbraucherpreisindex regelmäßig auf ein neues Basisjahr um, zuletzt von 2015 auf 2020
- Jede Umstellung passt die Gewichtung der einzelnen Güterarten im Warenkorb an aktuelle Konsumgewohnheiten an
- Unser Rechner nutzt konsequent die aktuellste, offiziell revidierte Datengrundlage
- Das gilt auch für das Jahr 2022, dessen ursprünglich gemeldete Rate von 7,9 % später auf 6,9 % korrigiert wurde
- Ältere Basisjahre führen zu geringfügig abweichenden historischen Werten, da sie auf einer anderen Gewichtung beruhen, sind für aktuelle Berechnungen jedoch nicht mehr maßgeblich
Persönliche und amtliche Inflationsrate
Die vom Statistischen Bundesamt veröffentlichte Inflationsrate ist ein Durchschnittswert für alle privaten Haushalte in Deutschland. Sie muss nicht der individuellen Lebenssituation eines einzelnen Haushalts entsprechen.
Wie stark ein Haushalt von der Inflation betroffen ist, hängt davon ab, wofür er sein Geld ausgibt:
- Wer kein Auto besitzt, spürt steigende Kraftstoffpreise nicht, obwohl diese im amtlichen Warenkorb enthalten sind
- Wer viel Miete zahlt, ist von steigenden Wohnkosten überdurchschnittlich betroffen
- Für Sparziele oder Preisvergleiche über mehrere Jahre bleibt die amtliche Inflationsrate dennoch eine verlässliche Grundlage, da sie auf einer breiten, offiziell erhobenen Datenbasis beruht
Wann sollte man die Inflation berechnen?
- Gehaltsverhandlung. Wie viel Kaufkraft hat ein Gehalt in 5 Jahren noch, wenn es nicht angepasst wird? Unser Rechner zeigt den konkreten Euro-Betrag.
- Rücklagenplanung. Wie viel muss man heute zurücklegen, um in 10 oder 20 Jahren einen bestimmten realen Betrag zur Verfügung zu haben?
- Altersvorsorge und Rente. Eine heute zugesagte Rente verliert bis zum Rentenbeginn real an Wert. Eine in 35 Jahren zugesagte Rente von 400 € entspricht bei 1,8 % Inflation dann nur noch rund 214 €. Mit unserem Rentenbeginnrechner können Sie zusätzlich Ihren frühestmöglichen Rentenbeginn ermitteln.
- Rückblickende Analyse. Wie stark ist die Kaufkraft von Ersparnissen zwischen zwei bestimmten Jahren gesunken? Mit der historischen Rate lässt sich das exakt anhand echter Destatis-Daten nachvollziehen.
- Preisvergleiche über Zeiträume. Was ein Produkt vor 10 Jahren kostete, entspricht heute einem höheren Preis. Unser Rechner macht Preise über verschiedene Jahre vergleichbar.
Wie schützt man sich vor Kaufkraftverlust?
Um Kaufkraftverlust auszugleichen, muss eine Geldanlage mindestens die Inflationsrate erwirtschaften. Liegt der Zinssatz einer Anlage unter der Inflationsrate, sinkt die reale Kaufkraft trotz nominaler Zinsen.
Mit unserem Zinsrechner lässt sich prüfen, ob eine geplante Verzinsung ausreicht, um die Inflation auszugleichen.

