WHR Rechner

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Mit unserem kostenlosen WHR Rechner berechnen Sie Ihre Waist-Hip Ratio (Taillen-Hüft-Verhältnis) aus Taillen- und Hüftumfang. Der WHR-Wert ist ein anerkannter Indikator der WHO für das kardiovaskuläre Risiko und zeigt, wie Körperfett zwischen Bauch- und Hüftbereich verteilt ist.


Was ist der WHR?

Der WHR (Waist-to-Hip Ratio, deutsch: Taillen-Hüft-Verhältnis) ist ein medizinisches Maß, das das Verhältnis von Taillenumfang zu Hüftumfang beschreibt. Er zeigt nicht, wie viel Körperfett jemand hat, sondern wo es sitzt.

Vollständiger NameWaist-to-Hip Ratio (Taillen-Hüft-Verhältnis)
AbkürzungWHR
FormelTaillenumfang ÷ Hüftumfang
Einheitdimensionsloser Quotient (z. B. 0,85)
GrenzwerteWHO, veröffentlicht 1995
Gilt fürErwachsene ab 18 Jahren

Diese Unterscheidung ist klinisch entscheidend: Viszerales Bauchfett erhöht das Erkrankungsrisiko direkt, auch bei Personen mit normalem Gesamtgewicht. Wer Fett überwiegend im Bauchbereich speichert, hat ein deutlich höheres Risiko für:

  • Koronare Herzkrankheiten (KHK)
  • Typ-2-Diabetes
  • Bluthochdruck

Der Zusammenhang zwischen Bauchumfang und Herzrisiko wurde erstmals vom französischen Arzt Jean Vague vor über 60 Jahren beschrieben. Die WHO übernahm den WHR 1995 als offiziellen Risikoindikator, der bis heute weltweit im klinischen Einsatz ist.

Wie funktioniert der WHR Rechner?

Unser Taillen-Hüft-Verhältnis-Rechner benötigt drei Angaben und liefert sofort eine vollständige Risikoeinschätzung.

Eingaben:

  • Geschlecht (Männlich oder Weiblich, da die WHO-Grenzwerte geschlechtsspezifisch sind)
  • Taillenumfang in Zentimetern (engste Stelle des Rumpfes, ca. auf Nabelhöhe)
  • Hüftumfang in Zentimetern (breiteste Stelle des Gesäßes)

Ergebnisse:

  • WHR-Wert auf zwei Dezimalstellen mit Risikokategorie
  • Körperform mit Silhouette (Birnenform, Übergangsform oder Apfelform)
  • Farbige WHR-Skala mit Positionsanzeige (Bereich 0,60 bis 1,30)
  • WHO-Referenztabelle mit Hervorhebung Ihrer Kategorie
  • Abstand zum Grenzwert (bei geringem oder mäßigem Risiko) bzw. Ihr Zielwert (bei stark erhöhtem Risiko)
  • Empfehlungen für Ihre Risikokategorie
  • Rechenweg mit eingesetzten Werten

Die WHR-Formel

Der WHR berechnet sich als einfacher Quotient aus zwei Körpermaßen:

WHR = Taillenumfang (cm) ÷ Hüftumfang (cm)
  • Taillenumfang (T): Maß an der engsten Stelle des Rumpfes, ungefähr auf Nabelhöhe. Spiegelt die Fettmenge im Bauchbereich wider und korreliert direkt mit der Menge an viszeralem Fett rund um die inneren Organe.
  • Hüftumfang (H): Maß an der breitesten Stelle des Gesäßes. Repräsentiert das subkutane Fett an Hüfte und Oberschenkeln, das metabolisch deutlich günstiger ist als Bauchfett.

Das Ergebnis ist ein dimensionsloser Quotient, typischerweise zwischen 0,60 und 1,30. Je kleiner der WHR, desto günstiger ist die Fettverteilung.

Beispiele für die WHR-Berechnung

Die folgenden zwei Beispiele zeigen die vollständige Berechnung für einen Mann und eine Frau mit unterschiedlicher Fettverteilung.

Beispiel 1: Mann mit gesundem WHR

Ein Mann mit einem Taillenumfang von 86 cm und einem Hüftumfang von 100 cm. Der Taillenumfang liegt unter der WHO-Grenze von 0,90 für Männer.

WHR = 86 ÷ 100 = 0,86  →  Geringes Risiko (< 0,90)

Ein WHR von 0,86 zeigt eine günstige Fettverteilung ohne erhöhtes kardiovaskuläres Risiko. Der Wert liegt 0,04 unter dem ersten Grenzwert.

Beispiel 2: Frau mit mäßig erhöhtem WHR

Eine Frau mit einem Taillenumfang von 80 cm und einem Hüftumfang von 95 cm. Der Taillenumfang liegt über der WHO-Grenze von 0,80 für Frauen.

WHR = 80 ÷ 95 = 0,84  →  Mäßig erhöhtes Risiko (0,80–0,84)

Ein WHR von 0,84 liegt im Bereich des mäßig erhöhten Risikos. Bis zur nächsten Kategorie (stark erhöhtes Risiko, ab 0,85) fehlen nur 0,01. Gezielte Lebensstiländerungen können den Wert merklich verbessern.

Taillen- und Hüftumfang richtig messen

Für ein aussagekräftiges Ergebnis ist die korrekte Messung beider Werte entscheidend. Abweichungen in der Messtechnik können das Ergebnis verfälschen.

1. Taillenumfang messen

  1. Stehen Sie aufrecht, Füße leicht gespreizt, Bauchmuskulatur entspannt
  2. Legen Sie das Maßband an der engsten Stelle des Rumpfes an, zwischen unterster Rippe und Beckenkamm, ungefähr auf Nabelhöhe
  3. Maßband waagerecht ausrichten und gleichmäßig anlegen, nicht einschnüren
  4. Wert nach normalem Ausatmen ablesen, Bauch nicht einziehen

2. Hüftumfang messen

  1. Stehen Sie aufrecht mit geschlossenen Beinen
  2. Legen Sie das Maßband an der breitesten Stelle des Gesäßes an, parallel zum Boden
  3. Maßband waagerecht ausrichten, Haut gleichmäßig berühren ohne einzuschnüren
  4. Verwenden Sie ein nicht dehnbares Maßband

Tipp: Messen Sie stets morgens nüchtern unter gleichen Bedingungen. Wiederholen Sie jede Messung zweimal und bilden Sie den Mittelwert. Für eine zuverlässige Verlaufskontrolle empfiehlt sich eine Messung alle 4 bis 8 Wochen.

WHR-Werte und ihr Risiko für koronare Herzkrankheiten

Welcher WHR-Wert als gesund gilt, hängt vom Geschlecht ab. Die folgenden Tabellen zeigen die detaillierten Risikoabstufungen für koronare Herzkrankheiten (KHK) basierend auf WHO-Daten.

Männer:

WHR-WertRisiko für KHK
unter 0,86Basiswert (kein erhöhtes Risiko)
0,86 bis 0,911,59-fach erhöhtes Risiko
0,91 bis 0,952,32-fach erhöhtes Risiko
0,95 bis 1,002,85-fach erhöhtes Risiko
1,00 bis 1,043,57-fach erhöhtes Risiko
über 1,045,04-fach erhöhtes Risiko

Frauen:

WHR-WertRisiko für KHK
unter 0,72Basiswert (kein erhöhtes Risiko)
0,72 bis 0,761,59-fach erhöhtes Risiko
0,76 bis 0,802,32-fach erhöhtes Risiko
0,80 bis 0,842,85-fach erhöhtes Risiko
0,84 bis 0,883,57-fach erhöhtes Risiko
über 0,885,04-fach erhöhtes Risiko

Ein WHR von über 0,88 bei Frauen geht mit einem 5,04-fach erhöhten KHK-Risiko einher. Die in unserem Rechner integrierte Risikoampel fasst diese Abstufungen in drei übersichtliche Kategorien zusammen.

Apfeltyp oder Birnentyp bei der Körperfettverteilung

Der WHR unterscheidet zwei grundlegende Körperfettverteilungsmuster, die als Apfeltyp und Birnentyp bekannt sind. Diese Unterscheidung ist auch für Normalgewichtige relevant, da sich viszerales Bauchfett ohne sichtbares Übergewicht ansammeln kann.

1. Apfeltyp (androide Fettverteilung)

Fett sammelt sich überwiegend im Bauchbereich an. Der WHR ist erhöht. Bei Männern gilt ab einem WHR von 1,00 der Apfeltyp als ausgeprägt, bei Frauen ab 0,85. Dieses Muster ist metabolisch ungünstiger und tritt häufiger bei Männern sowie bei Frauen nach der Menopause auf.

2. Birnentyp (gynoide Fettverteilung)

Fett verteilt sich auf Hüften, Gesäß und Oberschenkel. Das subkutane Fett an diesen Stellen wirkt primär als Energiespeicher und hat weniger negativen Einfluss auf das Herzrisiko. Das Muster ist häufiger bei Frauen vor der Menopause vertreten.

Auch Normalgewichtige mit einem unauffälligen BMI können dem Apfeltyp angehören. Unser Rechner erkennt diese Risikogruppe durch den WHR, während der BMI diesen Fall vollständig übersieht.

Warum viszerales Bauchfett das Herzrisiko erhöht?

Viszerales Bauchfett, also das Fett rund um die inneren Organe, ist laut Harvard University besonders stoffwechselaktiv. Es setzt Fettsäuren, Entzündungsstoffe und Hormone frei, die sich direkt negativ auf den Stoffwechsel auswirken.

Im Einzelnen führt erhöhtes viszerales Fett zu folgenden messbaren Veränderungen:

  • Das "schlechte" LDL-Cholesterin steigt an
  • Das gefäßschützende HDL-Cholesterin nimmt ab
  • Blutzucker und Blutdruck erhöhen sich
  • Entzündungsmarker im Blut steigen

Diese Veränderungen fördern Ablagerungen an den Arterienwänden (Arteriosklerose) und begünstigen Insulinresistenz. Die Gefäße verengen sich, die Versorgung der Organe mit Sauerstoff und Nährstoffen wird eingeschränkt.

Die Nurses' Health Study untersuchte diesen Zusammenhang bei Frauen mittleren Alters über 16 Jahre. Frauen mit dem höchsten Taillenumfang (ca. 89 cm) hatten ein fast doppelt so hohes Risiko, an einer Herzerkrankung zu sterben, verglichen mit Frauen mit dem niedrigsten Taillenumfang (ca. 71 cm).

WHR und BMI im Vergleich

Der WHR ergänzt den BMI um eine entscheidende Information: wo sich Körperfett befindet. Beide Werte liefern zusammen ein präziseres Bild des Gesundheitsrisikos als jeder Indikator allein.

BMIWHR
EingabenGewicht und KörpergrößeTaillenumfang und Hüftumfang
ZeigtKörpergewicht im Verhältnis zur GrößeWo sich Fett im Körper ansammelt
SchwächeUnterscheidet nicht zwischen Fett und MuskelKeine Aussage über Gesamtgewicht
HerzrisikoSchwächerer VorhersagewertDreifach stärkerer Vorhersagewert
Geeignet fürAllgemeine GewichtseinordnungKardiovaskuläres Risiko

Die Interheart-Studie, eine der größten kardiologischen Studien weltweit mit 52 Ländern und über 30.000 Teilnehmern, identifizierte abdominales Bauchfett (gemessen per WHR) als einen der 9 wichtigsten beeinflussbaren Risikofaktoren für Herzinfarkt weltweit. Der WHR erklärte 20,1 % des weltweiten Herzinfarktrisikos, bei Männern und Frauen gleichermaßen.

Wer beide Werte kombinieren möchte, berechnet seinen BMI mit unserem BMI-Rechner.

Ein weiterer verwandter Indikator ist der BRI (Body Roundness Index), der Taillenumfang und Körpergröße über eine mathematische Ellipsenformel verknüpft. Diesen berechnen Sie mit unserem BRI-Rechner. Beide Maße erfassen unterschiedliche Aspekte der Körperfettverteilung und lassen sich sinnvoll kombinieren.

Hinweis: Der WHR sollte nicht mit dem WHtR (Waist-to-Height Ratio, Taillen-Größen-Verhältnis) verwechselt werden. Der WHtR setzt den Taillenumfang ins Verhältnis zur Körpergröße und wird häufiger bei Kindern und Jugendlichen angewendet, bei denen das Wachstum den WHR-Wert beeinflusst.

Den WHR verbessern

Den WHR zu verbessern bedeutet in erster Linie, den Taillenumfang zu reduzieren. Folgende Maßnahmen sind wissenschaftlich belegt wirksam:

1. Ausdauersport

Regelmäßige Bewegung baut viszerales Fett direkt ab. Besonders effektiv sind:

  • Gehen, Radfahren oder Schwimmen
  • HIIT-Training (hochintensives Intervalltraining)

Die WHO empfiehlt mindestens 150 Minuten moderate Ausdauerbewegung pro Woche. Um Bauchfett abzubauen, muss die Kalorienzufuhr langfristig unter dem täglichen Verbrauch liegen. Wer seinen genauen Energiebedarf kennt, kann Ernährung und Training gezielter aufeinander abstimmen. Sie können Ihren täglichen Kalorienbedarf mit unserem Kalorienbedarf-Rechner berechnen.

2. Ernährungsumstellung

Eine ballaststoffreiche Ernährung mit wenig verarbeiteten Lebensmitteln, Zucker und Alkohol reduziert Bauchfett gezielt. Besonders ungünstig für die Fetteinlagerung im Bauchbereich sind:

  • Zuckerhaltige Getränke
  • Alkohol

3. Schlaf und Stressreduktion

Chronischer Schlafmangel erhöht den Cortisolspiegel, der die Einlagerung von Bauchfett fördert. 7 bis 9 Stunden Schlaf pro Nacht gelten als optimal. Den idealen Einschlafzeitpunkt ermitteln Sie mit unserem Schlafrechner.

Bereits eine Reduktion des Taillenumfangs um 5 bis 10 % kann das kardiovaskuläre Risiko spürbar senken. Die Deutsche Adipositas Gesellschaft empfiehlt bei dauerhaft erhöhten WHR-Werten eine ärztliche Beratung, die Blutdruck, Blutzucker und Blutfettwerte einbezieht.

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Häufige Fragen (FAQ)

Was ist ein normaler WHR-Wert?

Ein normaler WHR-Wert liegt bei Männern unter 0,90 und bei Frauen unter 0,80. Diese WHO-Grenzwerte gelten als Zielwerte für ein geringes kardiovaskuläres Risiko. Die detaillierten Risikoabstufungen zeigen jedoch, dass das Risiko bereits ab einem WHR von 0,86 bei Männern und 0,72 bei Frauen messbar ansteigt.

Kann der WHR bei Normalgewichtigen erhöht sein?

Ja. Personen mit einem normalen BMI können trotzdem einen erhöhten WHR aufweisen, wenn sie Fett überwiegend im Bauchbereich speichern. Dieses Phänomen bezeichnet man als "metabolisch adipös bei Normalgewicht".

Was ist der Unterschied zwischen WHR und WHtR?

Der WHR (Waist-to-Hip Ratio) setzt Taillenumfang und Hüftumfang ins Verhältnis und bewertet die Fettverteilung zwischen Bauch und Hüfte. Der WHtR (Waist-to-Height Ratio) setzt den Taillenumfang ins Verhältnis zur Körpergröße und wird häufiger bei Kindern und Jugendlichen eingesetzt. Für Erwachsene ist der WHR als Risikoindikator für Herz-Kreislauf-Erkrankungen der etablierte Standard.

Ist der WHR besser als der BMI?

Für die Beurteilung des kardiovaskulären Risikos ist der WHR dem BMI überlegen. Für die allgemeine Einordnung des Körpergewichts bleibt der BMI ein weitverbreiteter Standard. Idealerweise werden beide Werte gemeinsam betrachtet.

Wie häufig sollte man den WHR messen?

Eine Messung alle 4 bis 8 Wochen unter gleichen Bedingungen, morgens nüchtern vor dem Frühstück, ist für eine aussagekräftige Verlaufskontrolle ausreichend. Wiederholen Sie jede Messung zweimal und bilden Sie den Mittelwert, um Messungenauigkeiten zu minimieren.

Für wen ist der WHR-Rechner nicht geeignet?

Der WHR ist für Kinder und Jugendliche unter 18 Jahren nicht validiert, da keine altersgerechten Referenzwerte existieren. Schwangere sollten den WHR ebenfalls nicht verwenden, da sich Taillen- und Hüftumfang während der Schwangerschaft naturgemäß verändern. Für diese Gruppen empfiehlt sich eine ärztliche Beratung.
Über den Autor

Abd Ben

Entwickler & Autor

Ich entwickle alle Rechner auf RechnerZentrale. Mein Ziel ist es, präzise und einfach nutzbare Rechner und Tools für den deutschen Sprachraum kostenlos bereitzustellen.

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