Was ist Skonto?
Skonto ist ein Preisnachlass, den ein Käufer erhält, wenn er eine Rechnung innerhalb einer vereinbarten Frist bezahlt. Der Verkäufer gewährt diesen Abzug als Anreiz für schnelle Zahlung. Das Wort stammt aus dem Italienischen ("sconto" = Abzug).
Skonto unterscheidet sich vom Rabatt durch seine Zeitbindung. Ein Rabatt wird bei Vertragsabschluss vereinbart, Skonto entsteht erst durch die frühzeitige Zahlung. In der Handelspraxis werden Skontokonditionen direkt auf der Rechnung angegeben, zum Beispiel "2/10, netto 30". Das bedeutet: 2 % Skonto bei Zahlung innerhalb von 10 Tagen, voller Betrag innerhalb von 30 Tagen fällig.
Man unterscheidet zwei Perspektiven:
- Kundenskonto: Der Käufer zieht Skonto ab und zahlt weniger.
- Lieferantenskonto: Der Verkäufer gewährt den Abzug als Zahlungsanreiz.
Rechtlich gilt Skonto als Entgeltminderung. Das hat Auswirkungen auf die Umsatzsteuer, da sich die Steuerbemessungsgrundlage entsprechend verringert.
So funktioniert der Skonto-Rechner
Unser Skonto-Rechner benötigt vier Eingaben:
- Rechnungsbetrag: der Bruttobetrag der Rechnung in Euro
- Skontosatz: der vereinbarte Prozentwert (Schnellauswahl: 1 %, 2 %, 3 %, 5 %; Vorgabe: 2 %)
- Skontofrist: die Anzahl der Tage, innerhalb derer der Abzug gilt (Vorgabe: 14 Tage)
- Zahlungsziel: die reguläre Zahlungsfrist in Tagen (Vorgabe: 30 Tage)
Nach einem Klick auf "Skonto berechnen" erhalten Sie fünf Ergebnisse:
- Zu zahlender Betrag mit Skonto: der Betrag nach Abzug
- Rechnungsbetrag (brutto): der ursprüngliche Rechnungsbetrag
- Skontobetrag: die Ersparnis in Euro
- Zahlungsbetrag mit Skonto: Kontrollwert in der Ergebniskarte
- Effektiver Jahreszinssatz: der annualisierte Zinssatz des Skonto-Vorteils (erscheint, wenn beide Tagesfelder gültig und Zahlungsziel größer als Skontofrist)
Zusätzlich erscheint ein Experten-Tipp: Bei einem effektiven Jahreszinssatz von mindestens 30 % gilt der Skontoabzug als "Sehr lohnend", ab 10 % als "Lohnend", darunter als "Grenzwertig". Der vollständige Rechenweg ist ebenfalls sichtbar.
Die Skonto-Formel
Schritt 1: Skontobetrag berechnen
Skontobetrag = Rechnungsbetrag × (Skontosatz ÷ 100)
Schritt 2: Zahlungsbetrag berechnen
Zahlungsbetrag = Rechnungsbetrag − Skontobetrag
Schritt 3: Effektiven Jahreszins berechnen
Effektiver Jahreszins = (Skontosatz ÷ (100 − Skontosatz)) × (360 ÷ (Zahlungsziel − Skontofrist)) × 100
Der Faktor 360 entspricht dem kaufmännischen Jahr. Die Differenz aus Zahlungsziel und Skontofrist ergibt den Zeitraum, für den der Käufer faktisch einen Kredit beim Lieferanten aufnimmt, wenn er die Skontofrist verstreichen lässt.
Beispiel: Rechnung 1.000 €, 2 % Skonto, 14 Tage Skontofrist, 30 Tage Zahlungsziel
Skontobetrag: 1.000 × 0,02 = 20,00 €
Zahlungsbetrag: 1.000 − 20,00 = 980,00 €
Effektiver Jahreszins: (2 ÷ 98) × (360 ÷ 16) ≈ 45,92 % p.a.
Da Skonto auf einem Prozentwert basiert, lassen sich die Grundlagen mit dem Prozentrechner nachvollziehen.
Was ist der effektive Jahreszins beim Skonto?
Der effektive Jahreszins macht den Skonto-Vorteil mit anderen Finanzierungskosten vergleichbar. Wer die Skontofrist nicht nutzt, nimmt faktisch einen kurzfristigen Kredit beim Lieferanten auf. Der Preis dieses Kredits ist der entgangene Skontobetrag.
Ein typischer Skontosatz von 2 % bei einer Differenz von 16 Tagen zwischen Skontofrist und Zahlungsziel ergibt einen effektiven Jahreszins von rund 45 %. Das liegt weit über dem Zinssatz eines Kontokorrentkredits oder Dispokredits, der in Deutschland meist zwischen 8 % und 15 % liegt.
Wer das Geld stattdessen anlegen würde, kann mit unserem Zinsrechner berechnen, welche Rendite eine Geldanlage über denselben Zeitraum erzielen würde, meist deutlich weniger als der Skonto-Vorteil.
Die folgende Tabelle zeigt häufige Konstellationen:
| Skontosatz | Skontofrist | Zahlungsziel | Effektiver Jahreszins |
|---|---|---|---|
| 1 % | 10 Tage | 30 Tage | ca. 18,2 % p.a. |
| 2 % | 10 Tage | 30 Tage | ca. 36,7 % p.a. |
| 2 % | 14 Tage | 30 Tage | ca. 45,9 % p.a. |
| 3 % | 10 Tage | 30 Tage | ca. 55,7 % p.a. |
| 3 % | 14 Tage | 45 Tage | ca. 35,1 % p.a. |
Liegt der effektive Jahreszins deutlich über dem Zinssatz des eigenen Bankkredits, lohnt sich der Skontoabzug fast immer. Unser Skonto-Rechner bewertet das automatisch mit dem Experten-Tipp.
Skontofrist und Zahlungsziel
Skontofrist und Zahlungsziel sind die beiden Fristen, die auf einer Rechnung angegeben werden.
Die Skontofrist ist der Zeitraum, innerhalb dessen der Käufer den Skontobetrag abziehen darf. Übliche Werte sind 10 oder 14 Tage. Das Zahlungsziel ist die reguläre Frist, bis zu der die volle Rechnung beglichen sein muss. Typischer Wert: 30 Tage.
Die Differenz der beiden Fristen bestimmt den effektiven Kreditraum und damit den Jahreszins. Je kürzer diese Differenz, desto höher der Jahreszins.
Die Notation "2/10, netto 30" beschreibt genau diese Konstellation:
- 2 = Skontosatz in Prozent
- 10 = Skontofrist in Tagen
- 30 = Zahlungsziel in Tagen
Ist kein Zahlungsziel vereinbart, tritt nach § 286 Abs. 3 BGB automatisch Zahlungsverzug 30 Tage nach Rechnungseingang ein. Der Standardwert von 30 Tagen im Rechner orientiert sich an dieser gesetzlichen Regelung.
Skonto und Umsatzsteuer
Skonto mindert als Entgeltminderung die Steuerbemessungsgrundlage. Für Unternehmen mit Vorsteuerabzugsberechtigung ergibt sich daraus eine buchhalterische Pflicht nach § 17 UStG.
Beispiel: Rechnung 1.190 € brutto (1.000 € netto + 19 % MwSt), 2 % Skonto
Skontobetrag brutto: 1.190 × 0,02 = 23,80 €
davon Netto-Anteil: 1.000 × 0,02 = 20,00 €
davon MwSt-Anteil: 190 × 0,02 = 3,80 €
Zahlungsbetrag: 1.190 − 23,80 = 1.166,20 €
Der Vorsteuerabzug des Käufers verringert sich um 3,80 €. Der Verkäufer muss die abgeführte Umsatzsteuer um denselben Betrag korrigieren. Für die genaue Berechnung der Mehrwertsteuer-Anteile steht unser Mehrwertsteuer-Rechner zur Verfügung.
Skonto Berechnungsbeispiele
Beispiel 1: Standardrechnung mit 2 % Skonto
Eine Handwerksfirma erhält eine Rechnung über 2.500 € brutto. Die Konditionen lauten 2/14, netto 30. Sie zahlt innerhalb der Skontofrist.
Skontobetrag: 2.500 × 0,02 = 50,00 €
Zahlungsbetrag: 2.500 − 50 = 2.450,00 €
Eff. Jahreszins: (2 ÷ 98) × (360 ÷ 16) ≈ 45,92 % p.a.
Beispiel 2: Vergleich mit dem Kontokorrentkredit
Ein Großhändler erhält eine Rechnung über 10.000 € mit den Konditionen 3/10, netto 30. Sein Kontokorrentkredit kostet 10 % p.a.
Skontobetrag: 10.000 × 0,03 = 300,00 €
Eff. Jahreszins: (3 ÷ 97) × (360 ÷ 20) ≈ 55,67 % p.a.
Da 55,67 % weit über den 10 % des Kontokorrentkredits liegen, lohnt es sich, den Kredit zu nutzen und den Skonto innerhalb der Frist zu ziehen.
Beispiel 3: Kalkulation des Bareinkaufspreises
Ein Händler kauft Ware zum Zielpreis von 500 € netto. Der Lieferant gewährt 2 % Skonto.
Skontobetrag: 500 × 0,02 = 10,00 €
Bareinkaufspreis: 500 − 10 = 490,00 €
Die Marge wird auf Basis des Bareinkaufspreises (490 €) kalkuliert, nicht auf Basis des Zielpreises. Den allgemeinen Preisnachlass ohne Zeitbindung berechnen Sie mit dem Rabattrechner.
Skonto in der Handelskalkulation
In der Handelskalkulation ist Skonto ein fester Kostenblock. Lieferantenskonto senkt den effektiven Einkaufspreis und verbessert die Marge direkt.
Kalkulationsschema (vereinfacht):
| Position | Betrag |
|---|---|
| Listeneinkaufspreis (netto) | 500,00 € |
| − Lieferantenrabatt (10 %) | − 50,00 € |
| = Zieleinkaufspreis | 450,00 € |
| − Lieferantenskonto (2 %) | − 9,00 € |
| = Bareinkaufspreis | 441,00 € |
Wer Skonto nicht einkalkuliert, überschätzt den Einkaufspreis und setzt die Marge zu niedrig an. Unser Skonto-Rechner liefert den exakten Skontobetrag für jede Kalkulation.
