Was ist die Deutsche Wertungszahl
Die Deutsche Wertungszahl (DWZ) ist das offizielle Bewertungssystem des Deutschen Schachbunds (DSB) für Schachspieler in Deutschland. Sie gibt die Spielstärke eines Spielers als numerischen Wert an und wird nach jeder offiziellen Turnierauswertung aktualisiert.
Die DWZ wird seit 1993 in Deutschland verwendet und basiert auf einem Elo-ähnlichen Berechnungsmodell. Die offizielle Auswertung erfolgt mit der Software DeWIS des Deutschen Schachbunds. Alle aktuellen DWZ-Zahlen sind in der DSB-Datenbank einsehbar.
Wie funktioniert der DWZ-Rechner
Unser DWZ-Rechner ermittelt Ihre neue Deutsche Wertungszahl auf Basis der DSB-Wertungsordnung. Geben Sie Ihre aktuelle DWZ, Ihr Geburtsjahr, das Turnierende und die Partieresultate gegen Ihre Gegner ein. Das Ergebnis erscheint sofort darunter.
Eingaben
- Aktuelle DWZ: Ihre bisherige Wertungszahl, z.B. 1500. Für eine Erstberechnung tragen Sie 0 ein.
- DWZ-Index: Die Zahl nach dem Bindestrich auf Ihrer DWZ-Karte, z.B. 1500-20 bedeutet Index 20. Das Feld ist optional. Ohne Eingabe schätzt unser Rechner den E-Wert automatisch. Mit Index ist das Ergebnis genauer.
- Geburtsjahr: Vierstellig eingeben, z.B. 1985. Entscheidend ist nicht das genaue Alter, sondern die Altersgruppe: Jugendliche bis 20, Junioren 21 bis 25, Erwachsene über 25 Jahre.
- Turnierende: Das Jahr, in dem das Turnier endet. Über ein Auswahlfeld wählbar.
- Gegner und Ergebnisse: DWZ des Gegners und Partieresultat (Gewinn, Remis, Verlust) für jede gespielte Partie. Weitere Partien lassen sich mit dem Plus-Button ergänzen.
Ergebnisse
- Neue DWZ mit neuem Index und Veränderung gegenüber der alten DWZ.
- Punkte und Partien: Erzielte Punkte W und Anzahl der gewerteten Partien n.
- Gegner-Durchschnitt: Die durchschnittliche DWZ aller eingetragenen Gegner.
- Gewinnerwartung (We) und die Differenz zwischen erzielter und erwarteter Punktzahl.
- Turnierleistung (Rp): Die auf Basis des Ergebnisses und der Gegner-DWZ berechnete Performancezahl.
- Altersgruppe, E-Wert und Bremsfaktor als Detailwerte der Berechnung.
- Rechenweg: Jeder Schritt der DWZ-Berechnung wird einzeln aufgeschlüsselt dargestellt.
DWZ-Formel
Die DWZ-Berechnung folgt dem Elo-Prinzip mit einem DSB-spezifischen Koeffizienten. Die neue DWZ ergibt sich nach folgender Formel:
Neue DWZ = Alte DWZ + round(800 / (E + n) × (W - We))
Dabei bedeuten:
- E = round(Index × Bremsfaktor), der von der Altersgruppe abhängige Erfahrungswert
- n = Anzahl der gewerteten Partien im Turnier
- W = Tatsächlich erzielte Punkte
- We = Erwartete Punkte (Summe der Einzelgewinnerwartungen gegen jeden Gegner)
Der Bremsfaktor hängt von der Altersgruppe ab:
| Altersgruppe | Bremsfaktor |
|---|---|
| Jugendliche (≤ 20 Jahre) | 0,5 |
| Junioren (21-25 Jahre) | 0,75 |
| Erwachsene (> 25 Jahre) | 1,0 |
Ein niedrigerer Bremsfaktor ergibt ein kleineres E, einen größeren Koeffizienten und damit stärkere DWZ-Schwankungen. Jüngere Spieler können ihre DWZ dadurch schneller aufbauen.
Die Gewinnerwartung gegen einen einzelnen Gegner ergibt sich aus der DWZ-Differenz nach der Elo-Formel:
We_i = 1 / (1 + 10 ^ ((Gegner-DWZ - eigene DWZ) / 400))
Bei einer DWZ-Differenz von 0 beträgt die Gewinnerwartung 0,50. Je größer der eigene Vorteil, desto näher liegt der Wert bei 1,0.
Beispiele für die DWZ-Berechnung
Beispiel 1: Folgeberechnung eines etablierten Spielers
Ein Spieler mit DWZ 1500 (Index 10, Altersgruppe Erwachsene) spielt 5 Partien und erzielt 3,5 Punkte. Die Gewinnerwartung beträgt 2,8 Punkte.
E = round(10 × 1,0) = 10
Koeffizient = 800 / (10 + 5) = 53,33
Veränderung = round(53,33 × (3,5 - 2,8))
= round(53,33 × 0,7)
= round(37,33)
= +37 Punkte
Neue DWZ = 1500 + 37 = 1537
Beispiel 2: Starke Leistung eines Juniors
Ein Junior (Jahrgang 2003, Turnierende 2026, also 23 Jahre) mit DWZ 1800 (Index 20) gewinnt 4 von 5 Partien. Die Gewinnerwartung liegt bei 3,0 Punkten.
E = round(20 × 0,75) = 15
Koeffizient = 800 / (15 + 5) = 40,00
Veränderung = round(40 × (4,0 - 3,0))
= round(40 × 1,0)
= +40 Punkte
Neue DWZ = 1800 + 40 = 1840
Der niedrigere Bremsfaktor 0,75 (Junior) ergibt ein kleineres E als bei einem Erwachsenen mit demselben Index, was den Koeffizienten erhöht und die DWZ-Veränderung vergrößert.
Beispiel 3: Erstberechnung einer DWZ
Ein neuer Spieler (über 25 Jahre) spielt 5 Partien gegen Gegner mit einer Durchschnitts-DWZ von 1600 und erzielt 3,0 Punkte (60 %). Die Turnierleistung (Rp) berechnet sich als:
Rp = 1600 + 400 × log10(3,0 / (5 - 3,0))
= 1600 + 400 × log10(1,5)
≈ 1600 + 400 × 0,176
≈ 1670
Erst-DWZ ≈ 1670
Die Altersgruppen bei der DWZ
Die Altersgruppe wird aus der Differenz von Turnierende und Geburtsjahr berechnet, nicht aus dem exakten Geburtstag. Es gibt drei Gruppen:
- Jugendliche: Spieler bis einschließlich 20 Jahre. Für sie gilt der niedrigste Bremsfaktor (0,5), was zu den stärksten DWZ-Schwankungen führt.
- Junioren: Spieler von 21 bis 25 Jahren. Für sie gilt ein Bremsfaktor von 0,75.
- Erwachsene: Spieler über 25 Jahre. Für sie gilt der Standardwert 1,0 ohne Sonderfaktoren.
Wird kein Geburtsjahr angegeben, geht unser Rechner von der Gruppe über 25 Jahre aus. Bei Turnierende 2026 zählen alle Jahrgänge ab 2006 zu den Jugendlichen und die Jahrgänge 2001 bis 2005 zu den Junioren. Nicht sicher, in welche Altersgruppe Sie fallen? Mit Alter berechnen finden Sie es sofort heraus.
Der DWZ-Index
Der DWZ-Index ist eine fortlaufende Zahl, die bei jeder Turnierauswertung um 1 erhöht wird. Er steht direkt hinter der Wertungszahl, getrennt durch einen Bindestrich, z.B. 1745-21.
Er zeigt die Anzahl der bisherigen Auswertungen an und spiegelt die Turniererfahrung eines Spielers wider. Bei einem Index unter 6 hat er direkten Einfluss auf den Entwicklungskoeffizienten: Spieler mit geringem Index können stärkere DWZ-Veränderungen erfahren.
Bei der ersten DWZ-Auswertung wird der Index auf 1 gesetzt. Mit zunehmendem Index wird die DWZ stabiler und reagiert weniger stark auf einzelne Turnierergebnisse.
DWZ Tabelle und Bedeutung der Spielstärke
Die DWZ gibt nicht nur die Spielstärke an, sondern ordnet jeden Spieler in eine Leistungsklasse ein. Die Einordnung ist nur eine grobe Orientierung. Die tatsächliche Spielstärke kann je nach Turniererfahrung, Spielaktivität und regionalem Niveau abweichen.
| DWZ | Spielstärke |
|---|---|
| unter 800 | Absoluter Anfänger |
| 800 - 1199 | Anfänger |
| 1200 - 1399 | Fortgeschrittener Spieler |
| 1400 - 1599 | Vereinsspieler |
| 1600 - 1799 | Guter Vereinsspieler |
| 1800 - 1999 | Starker Vereinsspieler |
| 2000 - 2199 | Sehr starker Spieler |
| 2200 - 2399 | Nationaler Meister |
| ab 2400 | Internationaler Meister / Großmeister |
Der Durchschnitt aller gemeldeten DSB-Spieler liegt erfahrungsgemäß zwischen 1400 und 1600. Die meisten aktiven Vereinsspieler bewegen sich in diesem Bereich. Werte ab 2000 erreicht nur ein kleiner Teil der Spieler, und die Schwelle zum Großmeister liegt bei einer FIDE-Elo von 2500.
Wann sollte man den DWZ berechnen
Die DWZ-Berechnung ist in folgenden Situationen sinnvoll:
- Vor einem Turnier: Schätzen Sie die zu erwartende DWZ-Veränderung bei verschiedenen Szenarien ab und planen Sie Ihre Strategie.
- Nach einem Turnier: Überprüfen Sie Ihre neue DWZ, bevor die offizielle Auswertung durch den DSB erfolgt.
- Bei der Erstberechnung: Ermitteln Sie eine erste inoffizielle DWZ auf Basis Ihrer gespielten Partien gegen Gegner mit bestehender DWZ.
- Zur Trainingsplanung: Nutzen Sie die Gewinnerwartung, um realistische Ziele für kommende Turniere zu setzen.
Häufige Fehler bei der DWZ-Berechnung
Folgende Fehlerquellen treten bei der DWZ-Berechnung regelmäßig auf:
- Fehlender DWZ-Index: Ohne Index schätzt der Rechner den E-Wert automatisch. Für ein präziseres Ergebnis sollte der Index eingetragen werden, z.B. 1745-21.
- Kampflose Partien: Kampflos gewonnene oder verlorene Partien werden nicht gewertet. Tragen Sie diese nicht als reguläre Partien ein.
- Spiele gegen DWZ-lose Gegner: Partien gegen Spieler ohne DWZ können hier nicht berücksichtigt werden, da keine Gewinnerwartung berechenbar ist.
- Falsches Geburtsjahr: Ein falsches Geburtsjahr führt zu einer falschen Altersgruppe und damit zu einem fehlerhaften Entwicklungskoeffizienten.
- Restpartien: Unser Rechner kann keine gespeicherten Restpartien aus früheren Turnieren berücksichtigen. Diese fließen nur in die offizielle DeWIS-Auswertung ein.
Wie genau ist der DWZ-Rechner
Unser DWZ-Rechner ist ein inoffizielles Hilfsmittel und basiert auf der DSB-Wertungsordnung. In den meisten Fällen sind die Ergebnisse identisch mit der offiziellen DeWIS-Auswertung.
In Einzelfällen können geringfügige Abweichungen entstehen. Ursachen sind gerundete Wahrscheinlichkeitstabellen, fehlende Restpartien von DWZ-losen Gegnern und Sonderwertungen, die nur bei vollständiger Turnierauswertung aller Teilnehmer möglich sind. Für verbindliche DWZ-Werte ist ausschließlich die offizielle Auswertung durch den DSB maßgeblich.